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04. Sep 2018

Die Festrede «50 Jahre Engagement für das Holz» hielt Thomas Rohner, Professor für Holzbau. Für seinen Auftritt am BEO-Holz-Stand wählte er die traditionelle Zimmermannskluft. Bild: T. Rütti

BEO-Holz-Präsident und Nationalrat Erich von Siebenthal: «Holz hinterlässt einen fantastisch niedrigen CO2-Footprint. Bäume sind natürliche Klimaschützer. Holz gilt als CO2-neutral.» Bild: T. Rütti

Die Sporthalle Waffenplatz Thun wurde von Markus Brunner, Direktor WaldSchweiz, mit dem Label «Schweizer Holz» ausgezeichnet. Entgegengenommen hat es Stefan Geiser, Projektleiter armasuisse Immobilien. Bild: T. Rütti

Die Oberländer Arbeitsgemeinschaft BEO HOLZ präsentiert der OHA in Thun ihren für Erwachsene interessanten beschrifteten Jubiläumswürfel und eine speziell für Kinder attraktive Hängebrücke. Bild: T. Rütti

In der Fassade der neuen Sporthalle Waffenplatz Thun wurden 40,1 m3 Schweizer Holz verbaut. Dieses Quantum entspricht etwa der Menge, die sonst für ein stattliches Einfamilienhaus benötigt wird. Bild zVg

BEO Holz: «Holz hinterlässt einen fantastisch niedrigen CO2-Footprint»

(©TR) Der Wald und die Verwendung des Rohstoffs Holz haben bekanntlich positive Auswirkungen auf den CO2-Haushalt. Jetzt gilt es, die Klimapolitik zu gestalten, dass sowohl die Waldwirtschaft wie auch die Holzindustrie optimale CO2-Speicherungen und -Einsparungen bewirken. Zum Ausdruck kam dies jedenfalls am 31. August 2018 anlässlich der Jubiläumsfeier «50 Jahre BEO Holz» im Rahmen der Oberländischen Herbstausstellung OHA in Thun. 


Eine Kernbotschaften von WaldSchweiz, dem Verband der Waldeigentümer, lautet: CO2-Speicherung geschieht im Wald sowie in den Holzprodukten selbst: Bäume entziehen der Atmosphäre bei der Photosynthese CO2 und lagern es in Form von Kohlenstoff im Pflanzenkörper ein. Wird Holz genutzt und zum Beispiel in Gebäuden verbaut oder in Holzprodukten verarbeitet, bleibt das darin gebundene CO2 auf Jahrzehnte gespeichert. Der Schweizer Wald bindet jährlich rund 10 Millionen Tonnen CO2 alleine beim Holzwachstum.

«1968 bis 2018 – eine Erfolgsgeschichte, die sich heute auszahlt»
Eine gezielte Holzförderung im Berner Oberland ist genau das, was heute auch von Volkswirtschaft Berner Oberland angestrebt wird: Mit dieser Idee wurde 1968 die Berner Oberländer Arbeitsgemeinschaft für das Holz, BEO Holz, gegründet. Seit damals setzen sich ihre Mitglieder, Arbeitsgruppen, Vorstände und Partner dafür ein. «1968 bis 2018 – eine Erfolgsgeschichte, die sich heute auszahlt», verkündet BEO Holz an der Oberländischen Herbstausstellung OHA in Thun. Doch auch nach einem halben Jahrhundert gibt es für die «Hölzigen» noch immer zahlreiche Herausforderungen und Aufgaben anzupacken und zu bewältigen. Dabei will sich die Oberländer Arbeitsgemeinschaft erklärtermassen weiterhin aktiv und mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln für den regionalen, nachwachsendenden Rohstoff Holz engagieren. An der OHA in Thun präsentiert sie neben einer speziell für Kinder attraktiven Hängebrücke auch ihren für Erwachsene interessanten beschrifteten Jubiläumswürfel.

Holz gilt als CO2-neutral
Erörtert wurde der 1 m3 grosse Holzkubus sowie ausgesprochen lehrreiche Infotafeln am Jubiläumsanlass von BEO-HOLZ-Präsident und Nationalrat Erich von Siebenthal: «Holz hinterlässt einen fantastisch niedrigen CO2-Footprint. Bäume sind natürliche Klimaschützer. Holz gilt als CO2-neutral.» Wie auf einer dieser Infotafel zu lesen war, entziehen Bäume der Luft das Treibhausgas Kohlendioxid CO2 und produzieren ihrerseits den für uns so wichtigen Sauerstoff 02. 1 m3 Schweizer Holz bindet 1 Tonne CO2. Der Heizwert von 1 m3 Schnitzel Fichtenholz entspricht 72 Lt. Heizöl. Alle drei Sekunden wächst 1 m3 Holz in unserem Wald nach. Oder anders formuliert: Im Schweizer Wald wächst gewissermassen alle 2 bis 3 Minuten ein Haus nach. Dank regionaler Verarbeitung und kurzen Transportwegen steckt zudem verhältnismässig wenig so genannte Graue Energie in unserem Holz. Man vergleiche dieses Faktum nur mal mit Importholz oder all den anderen Bau- und Werkstoffen – Materialien, die oft über mehrere tausend Kilometer transportiert werden müssen. Gleichzeitig dient unser Wald als wichtiger Wasserspeicher und hat speziell auch in den Berggebieten eine unverzichtbare Schutzwaldfunktion. Zudem:

  • Unsere Wald- und Holzwirtschaft bietet in der Schweiz mehr als 80'000 Arbeitsstellen plus einige tausend Lehr- und Ausbildungsplätze.
  • Die Bruttowertschöpfung der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft liegt bei 4.5 Mrd. Franken pro Jahr.
  • In der Schweiz gibt es 535'000'000 Bäume, was theoretisch 66 Waldbäume pro Einwohner ergibt. Zusammen mit den Straucharten sind über 130 verschiedene Gehölzer in unserem Wald heimisch.
  • Der in Mode gekommene Begriff «Nachhaltigkeit» wurde schon vor 300 Jahren im Deutschen Waldgesetz genannt. Im Zusammenhang mit Holz bedeutet Nachhaltigkeit auch, dass wir nur so viel Holz nutzen dürfen, wie wieder nachwächst.

Deutlich mehr Holz wächst nach als geerntet wird
Die neue Sporthalle Waffenplatz Thun (WPL Thun) wurde von Markus Brunner, Direktor WaldSchweiz, mit dem Qualitätslabel «Schweizer Holz» ausgezeichnet; das Herkunftszeichen weist den Schweizer Ursprung nach. Entgegengenommen wurde die Auszeichnung von Stefan Geiser, Projektleiter armasuisse Immobilien. In der Fassade dieser Sporthalle wurden 40,1 m3 verbaut, welches zu 100% aus Schweizer Wald stammt. «Wer Schweizer Holz zum Bauen braucht, trägt zur nachhaltigen Nutzung und Gesunderhaltung der einheimischen Wälder bei. Der Schweizer Wald ist zwar durch eines der weltweit strengsten Waldgesetze geschützt. Wenn aber zu wenig Holz geerntet wird, überaltert der Wald, verliert seine Stabilität und bietet weniger Schutz gegen Wind, Hochwasser, Murgänge, Lawinen oder Steinschlag», so Markus Brunner. Jedes Jahr wachse im heimischen Wald zwar deutlich mehr Holz nach als geerntet werde. Dennoch würden zunehmend Holzprodukte für den Bau importiert und der Anteil an Schweizer Holz sinke. Hauptgrund hierfür sei vorab der Preis, denn durch die Förderpolitik und die niedrigeren Kosten im benachbarten Ausland sowie die Euroschwäche seien importierte Holzprodukte zwangsläufig etwas billiger. «Aber das ist eigentlich nicht entscheidend, denn der Materialpreis der Konstruktion und der Gebäudehülle beeinflusst die gesamten Baukosten nur unwesentlich. Dieser geringe ‹Aufpreis› ist dank dem ökologischen und sozialen Mehrwert durch den Einsatz von Schweizer Holz mehr als gerechtfertigt», so der WaldSchweiz-Direktor.

Festredner in traditioneller Zimmermannstracht
Die Festrede «50 Jahre Engagement für das Holz» hielt Thomas Rohner, Unternehmer, Holzbauingenieur und Professor für Holzbau. Für seinen Auftritt am BEO-Holz-Stand wählte er die traditionelle Zimmermannstracht. Augenzwinkernd fiel denn auch sein mit humorvollen Einsprengseln bespickter Vortrag aus. In seine Grussbotschaft bettete Prof. Rohner all die Highlights und Stichworte des erreichten Meilenstein ein, nämlich: 50 Jahre Betrieb einer regionalen Arbeitsgemeinschaft; 50 Jahre Förderung der Holzverwendung als Baustoff und Energieträger; 50 Jahre Wirken für die Verbesserung der Wertschöpfungskette Holz; 50 Jahre Vertretung der Holzanliegen in der Politik; 50 gezielte Öffentlichkeitsarbeit.

Infos: www.beo-wald.ch

©Text: Toni Rütti, Redaktor ee-news.ch, Quellen: Frutigländer vom 4. September 2018 sowie Anzeiger von Saanen

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