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31. Mai 2021

Der «Umbau» der Bestände auf klimaresistentere Baumarten bedingt jahrzehntelang grosse Holznutzungen und aufwendige Pflanzungen, da sich die «neuen» Baumarten wie zum Beispiel Eiche, Linde, Ahorn, Douglasie oder Lärche. Bild: Holzenergie Schweiz

Holzenergie Schweiz: CO2-Gesetz – einmalige Chance für die Holzenergie

(Holzenergie Schweiz) Die Schneefallgrenze ist in der Schweiz in den letzten 100 Jahren um 400 Meter angestiegen, die Gletscher haben seit 1980 einen Drittel ihrer Fläche verloren: Der Klimawandel ist sichtbar. Um zu verhindern, dass häufigere Hitze- und Dürreperioden, Stürme und Überschwemmungen immer grössere Schäden anrichten, müssen wir bis 2050 Benzin, Heizöl und Diesel, Erdgas sowie Kohle aus unserer Energieversorgung verbannen. Ein JA zum CO2-Gesetz am 13. Juni 2021 hilft klimaneutralen Lösungen, zum Beispiel der Holzenergie, zum schnelleren Durchbruch.

Bundesrätin Sommaruga sagt es klipp und klar: «Der Klimawandel ist eine Tatsache, und er wird für unser Land zunehmend zum Problem. Die Temperaturen steigen bei uns doppelt so stark wie im weltweiten Durchschnitt. Gletscher schmelzen, es gibt mehr Hitze- und Trockenperioden. Murgänge und Erdrutsche nehmen zu. Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch teuer. Diese Entwicklung lässt sich nicht mehr leugnen.» Aber nicht nur die Schneefallgrenze und die Gletscher verändern sich infolge des Temperaturanstiegs unnatürlich schnell. Auch der Wald vor unseren Haustüren ist stark vom Klimawandel betroffen.

Buche, Rot- und Weisstanne Dürre- und Hitzeperioden nicht gewachsen
Die wichtigsten Baumarten, Buche, Rot- und Weisstanne sind den Dürre- und Hitzeperioden nicht mehr gewachsen und werden in den nächsten Jahrzehnten aus dem Schweizer Mittelland weitgehend verschwinden. Der Klimawandel verändert das Waldbild massiv. Die 250'000 öffentlichen und privaten Waldbesitzer der Schweiz stehen vor der gewaltigen Herausforderung, einen stabilen Wald mit seinen vielen Funktionen und grossen Nutzen für uns alle langfristig zu erhalten. Der «Umbau» der Bestände auf klimaresistentere Baumarten bedingt jahrzehntelang grosse Holznutzungen und aufwendige Pflanzungen, da sich die «neuen» Baumarten wie zum Beispiel Eiche, Linde, Ahorn, Douglasie oder Lärche auf den Flächen der Buchen und Tannen nicht auf natürliche Weise verjüngen können. Die Waldwirtschaft kann die Herausforderung nur dann stemmen, wenn günstige marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen herrschen.

Klimawandel verändert den Wald
Seit Messbeginn 1864 hat sich in der Schweiz die Durchschnittstemperatur um etwa 2°C erhöht. Die Folgen für den Wald sind bereits gravierend. Ein weiterer Anstieg der Durchschnittstemperatur ist deshalb unbedingt zu begrenzen. Hauptursache des Klimawandels ist die starke Zunahme der Treibhausgas-, insbesondere der CO2-Emissionen. Die international koordinierte Schweizer Klimapolitik verfolgt das Ziel, die CO2-Emissionen bis 2050 auf Netto-Null zu reduzieren. Die Schweiz hat sich mit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens verpflichtet, einen verbindlichen Pfad zur Reduktion des Ausstosses von Treibhausgasen zu beschreiten. Der Bundesrat und das Parlament haben eine tragfähige Strategie entwickelt, mit der die CO2-Emissionen gesenkt werden sollen und diese Strategie im revidierten CO2-Gesetz verankert. Das Gesetz, über das am 13. Juni 2021 abgestimmt wird, legt die Massnahmen fest, wie das erste Etappenziel, nämlich die Halbierung der CO2-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990, erreicht werden soll.

Holzenergie leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen
Dabei spielt die «Wärme aus dem Wald» eine wichtige Rolle. Das Schweizer Waldgesetz schreibt vor, dass im Schweizer Wald höchstens nur soviel Holz geerntet werden darf, wie gleichzeitig wieder nachwächst. Dieses Nachhaltigkeitsprinzip hat sich seit fast zweihundert Jahren bewährt und wird streng kontrolliert. CO2 aus der Verbrennung von Holz ist Teil des kurzfristigen Kohlenstoffkreislaufs: Das im Holz eingebundene CO2 wird bei der Verbrennung zwar wieder freigesetzt. Gleichzeitig nehmen die im Wald nachwachsenden Bäume die gleiche Menge CO2 auf und speichern es in ihre Holzmasse ein. Darum ist die Holzenergienutzung CO2-neutral. Ersetzen Holzheizungen Öl- oder Gasheizungen, reduziert dies den Ausstoss von CO2, welches vor 200 Millionen Jahren entstanden ist und in den Öl- und Gasvorkommen tief in der Erdkruste von der Natur sozusagen «endgelagert» wurde.

Zweifacher Trumpf
Der Trumpf der CO2-Neutralität Holzenergie wird im revidierten CO2-Gesetz in zweifacher Hinsicht ausgespielt. Einerseits ist eine Erhöhung der CO2-Abgabe von heute 96 Franken auf maximal 210 Franken pro Tonne CO2 vorgesehen. Dadurch verteuert sich der Liter Heizöl um rund 30 Rappen von heute 75 Rappen auf über 1 Franken. Andererseits soll der maximale jährliche CO2-Ausstoss von Häusern ab 2026 auf 20 kg pro Quadratmeter Energiebezugsfläche beschränkt und anschliessend alle 5 Jahre um 5 kg reduziert werden. Beide Massnahmen verschaffen der Holzenergie deutlich längere Spiesse auf dem Energiemarkt. Ein Ja zum CO2-Gesetz am 13. Juni 2021 ist also nicht zuletzt auch ein Ja zu unserer einheimischen Holzenergie und zu unserem Wald und hilft natürlich dem Klima. Denn durch die Nutzung des brachliegenden Energieholzpotenziales liessen sich zusätzlich zehntausende von Öl- und Gasheizungen ersetzen und 1.5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr reduzieren. Und dazu kommt noch: eine vermehrte Holzenergienutzung schafft zahlreiche sichere Arbeitsplätze im ganzen Land. Aus Sicht der Wald- und Holzwirtschaft sowie der Energie- und Umweltpolitik spricht alles für eine möglichst vollständige Verwendung des heute nicht genutzten Holzes.

Text: Holzenergie Schweiz

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