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29. Mai 2020

Josef Bürli-Zettel zu den tiefen Preisen von Pellets: „Die Konkurrenz ist zur Zeit aufgrund der Wirtschaftskrise, milden Temperaturen im Winter und vollen Pellets Lagern gross.“

Stefan Kitzmann ist überzeugt: „Der Wettbewerb findet auch immer wieder über den Preis statt, obwohl dieser über die tatsächlich gelieferte Qualität keine Aussagekraft hat.“

Unter CHF 350.00 die Tonne kosteten Pellets lediglich im Juli 2008 (346.60) und August 2008 (349.70).

Das deutsche Familienunternehmen Ley Mineralöl GmbH kommt aus dem fossilen Bereich und bietet seit über 10 Jahren auch Holzpellets an. Bild: Ley Mineralöl GmbH

Der Schweizer Pellet-Pionier Bürli hat eben seinen sechstes Pelletlastwagen angeschafft. Bild: Bürli Pellets

Pelletpreis.ch: Preise im Mai 2020 so tief wie nie seit Januar 2008 - Lieferanten hart auf Probe gestellt

(PM) Die unabhängige Erhebung von pelletpreis.ch ergab für Mai 2020 einen Tiefstwert von durchschnittlich CHF 344.10 pro Tonne Pellets*. „Das ist der tiefste monatliche Durchschnittpreis, den wir je erhoben haben“, erklärt Anita Niederhäusern, Gründerin und Herausgeberin von pelletpreis.ch. Das Portal erhebt die Preise seit anfangs 2008. (Texte en français >>)


Unter CHF 350.00 die Tonne kosteten Pellets lediglich im Juli 2008 (346.60) und August 2008 (349.70). Der durchschnittliche Höchstpreis pro Tonne wurde im Januar 2014 mit CHF 420.30 verzeichnet. Damit betrug der Unterschied vom höchsten zum tiefsten Durchschnittspreis über die letzten 12 Jahre rund 18 %. Die seit ca. 2017 leicht sinkenden Pelletpreise stellen die Schweizer Lieferanten hart auf die Probe. Die Konkurrenz ist gross, insbesondere im Gebiet in Grenznähe zu Deutschland und Österreich wird mit harten Bandagen um Marktanteile gekämpft.

Deutlich stabiler und günstiger als die Fossilen
Seit 2008 ist der Preis pro Kilowattstunde bei Pellets mit einer Spanne von 7.14 Rp. bis maximal 8.56 Rp. recht stabil, wobei er seit Mai 2015 immer deutlich unter 8 Rp. lag. Bei Heizöl reichte die Preisspanne im gleichen Zeitraum von 6.18 Rp. bis 13.38 Rp. pro Kilowattstunde, der Preis lag allerdings grösstenteils deutlich über 9 Rp. Gas kostete in dieser Zeit pro Kilowattstunde durchschnittlich zwischen 8.66 Rp. bis 11.19 Rp. Somit ist Wärme aus Pellets nicht nur die weitaus ökologischste, sondern auch die deutlich günstigste und preisstabilste. Und die in der Schweiz verbrannten Pellets stammen nicht wie Heizöl und Gas aus einem fernen Land, sondern werden grösstenteils in der Schweiz hergestellt. Der Rest kommt aus Deutschland und Österreich.

Der Schweizer Holzpelletpionier
Josef Bürli-Zettel, Mitinhaber der Bürli Trocknunganlage AG, zu den tiefen Preisen von Pellets: „Die Konkurrenz ist zur Zeit aufgrund der Wirtschaftskrise, milden Temperaturen im Winter und vollen Pelletlagern gross. Einzelne Energieanbieter versuchen mit Sonderaktionen an neue Kunden zu gelangen.“ Bürli Pellets ist der Schweizer Pionier in Sachen Holzpellets: Bereits seit 1996 produziert das Unternehmen Holzpellets. 2006 nahm Bürli eine neue Pelletieranlage in Betrieb. „Heute produzieren wir jährlich mehrere tausend Tonnen Holzpellets“, erklärt Josef Bürli-Zettel. Die Produktion erfüllt höchste europäische Standards: Qualität, Handel und Transport sind ENplus A1 zertifiziert. Das Unternehmen, das gerade den sechsten Pelletlastwagen anschafft, verfügt über eigene Pelletsilos als Lagerraum. „Neben der Eigenproduktion kaufen wir auch jährlich grössere Mengen Pellets zu für den Handel“, weiss Sohn Peter Bürli zu berichten, der Geschäftsführer des Familienunternehmens ist. Neben Holzpellets produziert Bürli in der Trocknungsanlage Gras und Luzerne zu Pellets oder Ballen. Im Herbst wird aus Mais Vollmais-, Kolbenschrot- und CCM-Pellets produziert. Zur Abrundung des Sortimentes werden noch Wiesenheucobs als Pferdefutter hergestellt. Die tiefen Preise bei den Holzpellets beobachtet Josef Bürli-Zettel mit Sorge: „Das ist schlecht für den Markt und die Produzenten. Wenn der Preis für den Rohstoff steigt, werden auch die Pelletpreise im Herbst wieder steigen!“

Der Importeur aus Deutschland
Das deutsche Familienunternehmen Ley Mineralöl GmbH kommt aus dem fossilen Bereich und bietet seit über 10 Jahren auch Holzpellets an. Stefan Kitzmann, Bereichsleiter Holzpellets, erklärt: „Wir verfügen in Süddeutschland über eine breite Basis an zufriedenen Kunden, nun möchten wir unseren Marktanteil auch in der Schweiz weiter ausbauen.“ Ley setzt auf Antistaub-Holzpellets: „Herkömmliche ENplus-Pellets aus Süddeutschland werden bei uns im Haus zu Antistaub-Holzpellets weiterverarbeitet. Wir setzen auf kurze Lieferwege zu unserem Zentrallager in Konstanz.“ Kitzmann stellt fest, dass die Preise im Frühling generell sinken und fügt hinzu: „Auf dem Schweizer Markt herrscht aufgrund der vielen in- und ausländischen Marktteilnehmer seit jeher intensiver Wettbewerb.“ Gemäss propellets.ch wird rund 80 % des Pelletbedarfs im Inland hergestellt. Stefan Kitzmann ist überzeugt: „Der Wettbewerb findet auch immer wieder über den Preis statt, obwohl dieser über die tatsächlich gelieferte Qualität keine Aussagekraft hat. Transport und Einlagerung beim Kunden ist Fehlerquelle Nummer 1 bei Holzpellets. Die kleinen Stäbchen sind zwar aussen ganz hart, aber innen ganz weich. Staub und Feinanteile verstopfen dann die Heizungsanlagen. Dagegen haben wir was: Antistaub-Holzpellets.“

* MWST und Lieferung inbegriffen

Text: Anita Niederhäusern, Herausgeberin pelletpreis.ch und ee-news.ch

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