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15. Mär 2019

Preisentwicklung von Pellets seit 2008, wer also fürs Heizen auf die Karte Pellets gesetzt hat, wurde belohnt. Grafik: pelletpreis.ch

Grün: Pelletpreise, schwarz: Heizölpreise, orange: Gaspreise. Die Preisschwankungen von Pellets sind äusserst gering, tendenziell sinken die Preise leicht. Grafik: pelletpreis.ch

Pellets: Preise sind in Frühlingsstimmung – neue Töne aus der Ölbranche

(PM) Erstmals in dieser Heizsaison sanken die Pelletpreise im März leicht: Eine Tonne kostete durchschnittlich CHF 372.9, leicht weniger als im Februar. Auch gegenüber Heizöl nahm der Preisvorteil wieder deutlich zu. Aus der Erdölbranche waren zudem völlig neue Töne zu vernehmen. (Texte en français >>)


Eine Tonne Pellets kostete im März einen knappen Franken weniger als im Februar. Auch gegenüber den Vorjahren setzt sich der Trend zu tieferen Preisen weiter fort: Im März 2018 kostete eine Tonne Pellets durchschnittlich noch rund 4 Franken mehr, 2017 rund 7 Franken, 2016 rund 15 und 2015 rund 30 Franken mehr. Wer also fürs Heizen auf die Karte Pellets gesetzt hat, wird belohnt.

Mutmassliche Gründe
Über die Gründe der deutlichen Kostenreduktion von Pellets gibt es viele Vermutungen, aber wenige Fakten. Klar ist indes, dass die Konkurrenz in der Branche deutlich höher geworden ist. Immer grössere Player mischen im Markt mit und unterbieten dank finanzstarken Mutterhäusern traditionelle Lieferanten. Zudem liefern immer mehr Unternehmen aus Deutschland und Österreich direkt in die Schweiz. Die Holzenergiestatistik zeigt, dass auch der Anteil an Pelletimporten deutlich gestiegen ist: 2017 lagen sie bei gut 91‘000 Tonnen und haben gegenüber dem Vorjahr um 36 % zugenommen. Die Importe stammen vorwiegend aus Deutschland (49 %) sowie aus Österreich (26 %) und Frankreich (22 %). Gleichzeitig stieg 2017 die Nachfrage nach Pellets als Brennstoff für Pelletöfen und Pelletkessel um 2.9 % auf gut 254‘000 Tonnen Holzpellets.

Heizöl knapp 20 % teurer
Mit 9.14 Rp. die Kilowattstunde war Heizöl im Februar knapp 20 % teurer als Pellets mit 7.63 Rp. Der Preisvorteil gegenüber Erdgas mit 10.34 Rp. betrug sogar stolze 35 %. Da die Heizölpreise im März wieder deutlich angestiegen sind, wird sich der Preisvorteil von Pellets gegenüber Heizöl noch weiter erhöhen. Gerade im Altbaubereich mit den benötigten hohen Vorlauftemperaturen sind Pellets eine sichere Variante für günstige Heizwärme.

Norwegen will raus aus volatilem Ölmarkt
Norwegens staatlicher Pensionsfonds hat anfangs März bekannt gegeben, dass er seine Öl- und Gasanteile abstossen wird. Mit der Erderwärmung oder dem Umweltschutz hat diese Entscheidung aber nichts zu tun. Stattdessen will sich der grösste Staatsfonds der Welt vor den Schwankungen des volatilen Rohstoffmarkts schützen. Denn bei einem erneuten steilen Abschwung der Ölpreise wie 2014 drohen erneut massive Verluste. Seit den 1990er Jahren legt der Staatsfonds einen Teil von Norwegens Öl-Einnahmen für künftige Generationen an. Ende 2018 hielt der norwegische Pensionsfonds Anteile an den Grosskonzernen Shell, BP, Total und ExxonMobil sowie vielen weiteren – der Gesamtwert belief sich auf 37 Milliarden Dollar. Bei Summen dieser Grössenordnung wird es vermutlich Jahre dauern, alle Anteile abzustossen.

Siehe ee-news.ch vom 11.3.19 >>

Benzinnachfrage bricht 2020 um 30 % ein
Bloomberg New Energy Finances (NEF) ihrerseits geht davon aus, dass die Elektromobilität Erdölraffinerien in Bedrängnis bringen wird. Diese müssten sich auf neue Marktsegmente ausrichten, wie zum Beispiel die Petrochemie. Die Benzinnachfrage nehme ausser im Mittleren Osten schon t seit einigen Jahren ab. In China zum Beispiel stagniert sie seit 2011. Für 2020 sagt NEF gegenüber 1990 einen Rückgang der Benzinnachfrage um 30 % voraus. Das ist umso bedeutender, da 40 % des Erölverbrauchs auf das Konto des Auto- und Lastwagenverkehrs gehen. Seit 1985 trug dieser Sektor zu zwei Dritteln zum Anstieg des weltweiten Erdölverbrauchs bei.

Video von Bloomberg New Energy Finances „What the Future of Transport Means for the Future of Oil” >>

Von Preissprüngen kaum betroffen
Pellets sind Teil des Energiemarkts, auch wenn ihr Anteil am Wärmemarkt in der Schweiz im tiefen einstelligen Prozentbereich liegt. Trotzdem können sich starke Veränderungen auf dem weltweiten Energiemarkt auch auf die Preise und die Verfügbarkeit auswirken. Über zehn Jahre blieben der Schweizer und der Europäische Pelletmarkt indes von den Preissprüngen der fossilen Energien unbehelligt. Die Preise sind äusserst stabil, gerade auch bei einem starken Anstieg der fossilen Energien, insbesondere von Heizöl.

Text: Anita Niederhäusern, leitende Redaktorin und Herausgeberin von ee-news.ch und pelletpreis.ch

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