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24. Apr 2018

Die Einschnittmenge der Schweizer Sägereien ist in den letzten Jahren stetig zurückgegangen. Bei einem weiteren Anstieg der Nachfrage nach Pellets wird in Zukunft auch die Produktion von Waldholzpellets erhöht. Bild: Braunschweiler Pellets AG

Holzenergie Schweiz: Wird die steigende Nachfrage nach Pellets auch die Produktion von Waldholzpellets erhöhen?

(Holzenergie Schweiz) Seit 20 Jahren hält der Pelletboom in der Schweiz an. Davon profitierten bisher in erster Linie Hausbesitzer und Restholzverwerter. Dank innovativer Unternehmen dürfte bald auch der Wald viel stärker vom Boom der «Brennstäbchen mit Zukunft» profitieren. (Texte en français >>)


Holzpellets sind ein genialer Brennstoff und erlauben wie Holzschnitzel einen automatischen Heizbetrieb. Wegen ihrer hohen Energiedichte benötigen Pellets etwa der bis viermal weniger Platz als Holzschnitzel, um die gleiche Energiemenge zu lagern. Das bringt bauliche und damit auch finanzielle Einsparungen beim Bau der Heizungsanlage. Diese Zusammenhänge werden immer mehr Bauherren bewusst. 2017 wurden in der Schweiz 280 000 Tonnen Pellets verbraucht, mehr als je zuvor.

Gemäss Angaben von proPellets.ch stammen etwa 70 % aus Schweizer Produktion. Als Rohstoff gelangen zum überwiegenden Teil Sägemehl und Hobelspäne zum Einsatz. Ein paar wenige Hersteller pelletieren auch Waldholz. Unter den Anbietern auf pelletpreis.ch sind dies BestPellets Wärme AG, BeO Pellets GmbH und Braunschweiler Pellets AG. Mit einem Anteil von 3 % an der gesamten Schweizer Produktion besetzen diese zurzeit zwar noch eine Nische, welche jedoch ein grosses Potenzial aufweist.

Waldholz kompensiert rückläuffiges Sägemehlangebot
Die Einschnittmenge der Schweizer Sägereien ist in den letzten Jahren stetig zurückgegangen. Bei einem weiteren Anstieg der Nachfrage nach Pellets wird in Zukunft auch die Produktion von Waldholzpellets erhöht. Einer, der das bereits seit einigen Jahren macht, ist Ernst Braunschweiler von der Braunschweiler Pellets AG aus Bremgarten AG. Er produziert seine Pellets ausschliesslich aus Waldholz und beliefert nebst etwa 300 privaten Kunden mittlerweile auch verschiedene Gemeinden in der Region, welche eigenen Wald besitzen und ihre Liegenschaften mit eigenem Holz beheizen wollen, was jedoch aufgrund der Platz- oder Zufahrtsverhältnisse mit einer Schnitzelheizung – wenn überhaupt – nur mit grossem baulichen und betrieblichen Aufwand realisierbar gewesen wäre.

Direkte Verbindung zwischen Wald und Pellets
Heute liefern die Forstbetriebe der Gemeinden ihr Holz ab Holzpolter Waldstrasse zur Braunschweiler Pellets AG, wo es zu Pellets verarbeitet und danach in ihre Heizungsanlagen geliefert wird. So beheizen unter anderem die Gemeinden Bellikon, Eggenwil und Künten ihre Schulhäuser und die Gemeinde Oberwil-Lieli ihr Feuerwehrlokal mit Pellets aus dem eigenen Wald. Dank dieses Konzepts entfallen Importe von Pellets oder Rohstoffen mit entsprechend langen Transportwegen, und die bisher von Seiten der Waldbesitzer vermisste direkte Verbindung zwischen Wald und Pellets ist hergestellt.

Pelletsöfen statt Holzschnitzelanlagen
Auch aus der Sicht des Anlagenbetriebs dürfte das Konzept interessant sein. Die Sanierungsfrist vieler Holzschnitzel-Feuerungen zwischen 50 und 500 kW läuft Ende 2021 aus. Aufgrund der verschärften Vorschriften der Luftreinhalte-Verordnung LRV (Nachrüsten mit Elektrofilter und Speicher) haben viele dieser Anlagen mit Platzproblemen zu kämpfen. Waldholzpellets könnten hier eine Lösungsmöglichkeit bieten.

Text: Andreas Keel, Holzenergie Schweiz

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