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10. Mai 2016

Beim Corpus Delicti handelt es sich um einen Werbeflyer mit der Überschrift «Bleiben Sie unabhängig und halten Sie Ihre Heizkosten im Griff!», der Ende 2015 schweizweit an Kunden von Heizöllieferanten verteilt wurde.

Holzenergie Schweiz: Erdöl-Lobby täuschte Kunden mit unlauterer Werbung

(Holzenergie Schweiz) Mit dubiosen Preisvergleichen und irreführenden Aussagen warb die Erdöl-Vereinigung gegen Fernwärmeverbünde. Die Schweizerische Lauterkeitskommission hat eine Beschwerde von Holzenergie Schweiz gutgeheissen.


Der Branchenverband Holzenergie Schweiz hat am 6. Januar 2016 bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK) eine Beschwerde gegen die Erdöl-Vereinigung (EV) eingereicht, um zwei Behauptungen betreffend Versorgungssicherheit und Preisvorteil zugunsten des Heizöls durch die unabhängige Institution prüfen zu lassen. Der nun vorliegende Entscheid der SLK gibt den Beanstandungen von Holzenergie Schweiz recht und bestätigt, dass die kommerziellen Aussagen der EV nicht vergleichsfähig und damit unzulässig sind.

Investitions- und Betriebskosten unterschlagen
Beim Corpus Delicti handelt es sich um einen Werbeflyer mit der Überschrift «Bleiben Sie unabhängig und halten Sie Ihre Heizkosten im Griff!», der Ende 2015 schweizweit an Kunden von Heizöllieferanten verteilt wurde. In besagtem Inserat wird ein durchschnittlicher Vollkosten bzw. Wärmegestehungspreis von über 16 Rp./kWh dem reinen Brennstoffpreis für Heizöl von 7.5 Rp./kWh gegenübergestellt, in dem keinerlei Investitions- und Betriebskosten inbegriffen sind. Wie die SLK begründet, ist der kommunizierte Preisvergleich für den Durchschnittskunden nicht nachvollziehbar. Stattdessen wird dem Leser suggeriert, der Wärmebezug aus einem Fernwärmenetz koste mehr als doppelt so viel wie bei einer Heizölfeuerung. Im Weiteren wird die EV aufgefordert die Aussage zu unterlassen, wonach angeblich «der Heizbetrieb von Holz- und Fernwärmeanlagen nicht für die gesamte Wärmeversorgung ausreicht und daher ein wesntlicher Anteil von der Ölheizung übernommen wird.» Zwar ist es richtig, dass Fernwärnetze oft die Spitzen- und Notlast mit Heizöl abdecken, jedoch beträgt dieser Anteil höchstens 30%, eher aber 5% und weniger. Viele Anlagen werden indessen vollumfänglich mit erneuebaer Energie betrieben und benötigen gar kein Heizöl.

Zweite Rüge

Bereits im vergangenen März hatte die SLK zwei Beschwerden von Greenpeace gegen die EV sowie gegen den Verband der Schweizerischen Gasindustrie gutgeheissen (siehe ee-news.ch vom 13.3.16 >>). Damals wurde u.a. die Empfehlung abgegeben, die Erdöl-Lobby dürfe in Zukunft nicht mehr behaupten, eine neue Ölheizung sei in jedem Fall die kostengünstigste Lösung. Holzenergie Schweiz fordert die EV auf, ihre Kommunikation unverzüglich zu überarbeiten: «Die Desinformation der Erdöl Lobby auf Kosten erneuerbarer Energien ist nicht nur unsportlich, sondern hindert uns auch daran, den Umbau der Energieversorgung voranzutreiben», meint Geschäftsführer Christoph Aeschbacher.

Text: Holzenergie Schweiz

1 Kommentare
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Walter Böhlen Präsident Verband Fernwärme Schweiz @ 27. Aug 2016 14:45

Die Erdölvereinigung versucht in Folge mit unlauteren Mitteln in der Werbung für das Produkt „Heizöl“ Konsumenten zu überzeugen.

In einer ersten Inseraten-Folge in grossen Tageszeitungen erfolgte anfangs Jahr ein falscher Preisvergleich. Auf Beschwerde der Holzenergie Schweiz erfolgte Ihrerseits eine Empfehlung auf solche Vergleiche zu verzichten (Beschwerde-Nr. 101/16)

In einer neueren Kampagne in grossen Schweizer Tageszeitungen wurde am 14.04.2016 das Inserat der Beilage veröffentlicht. Unsere Vereinigung stört vor allem das Bild mit den Handfesseln; es suggeriert dem Betrachter (diese dürften gegenüber den Textlesern die Mehrheit bilden) eine generelle Fesselung an die Fernwärmeanbieter. Nachdem unsere direkte Intervention bei der Erdölvereinigung auf die Preiskampagne zu keinerlei Einsicht geführt hatte, gelangen wir nun gleich an Ihre Kommission mit der Erwartung, dass Sie der Erdölvereinigung derartige Werbemittel untersagen. Wir begründen unseren Antrag wie folgt:

• suggestive Bilder, wie das in der Beilage, entsprechen in keiner Weise der Realität einer Fernwärme-Versorgung

• die Fernwärmeversorgung ist ein wichtiger Baustein der Schweizerischen Energiestrategie des Bundes, da sie grosse Anteile erneuerbarer Energien verwendet, die CO2-Emissionen reduziert und damit generell dem Volkswohl dient

• der im Inserate Text genannte Anschlusszwang kommt nur in wenigen Ausnahmefällen bei ganz speziellen Konstellationen zustande. Die gesetzliche Hürde für einen Anschlusszwang ist sehr hoch und kann nur mit ortsspezifischen Besonderheiten des Einzelfalls begründet werden. Der Inserate Text suggeriert das Gegenteil einer Ausnahmesituation.

Wir bitten Sie gegen die Erdölvereinigung in geeigneter Weise vorzugehen. Für eine kurze Mitteilung der von Ihnen beabsichtigten Schritte danken wir Ihnen im Voraus. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

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