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08. Jun 2012

In dieser Halle werden aus Waldholz aus der Region Pellets produziert. Wärme für die Holztrocknung generiert die Biogasanlage, zudem wird die Wärme unter der Solarstromanlage abgeführt und der Trocknung zugeführt. ©Bild: Anita Niederhäusern

Waldpellets: BestPellet gelingt der Durchbruch

(©AN) Ob in Schöftland oder im Graubünden, die Techniker tun sich schwer mit der Waldholz-Pelletierung, beide Werke gingen Bankrott. Eine Erfolgsgesichte gibt es aber: Seit diesem Winter produzieren vier Landwirte im freiburgischen Waldpellets mit dem von Oskar Schneuwly 2003 entwickelten BestPellet-Verfahren. Am Samstag ist Tag der offenen Tür des Energieparks im freiburgischen Düdingen.


Zum Energiepark gehört die Biogasanlage der BioEnergie Düdingen AG die Abwärme für die Trocknung der Holzschnitzel liefert. „Eigentlich ist die Abwärme einer Biogasanlage prädestiniert, um für die Pelletierung von Waldholz genutzt zu werden“, erklärt Oskar Schneuwly. Er ist der Entwickler des Produktionsverfahrens BestPellet, bei dem für die Pelletierung weder Getreidekleber noch Wasser oder Dampf zugeführt werden müssen. „Denn bei Biogasanlagen fallen zwei Drittel der Energieproduktion in Form von Wärme an, und nur ein Drittel in Form von Strom.“

In vielen Fällen gibt es für just diese Wärme überhaupt oder ausserhalb der Heizsaison keine Abnehmer. Damit das Holz fürs Pelletieren zu trocknen, liegt folglich auf der Hand. Eine hinterlüftete Solarstromanlage auf dem Dach der Halle mit der Pelletieranlage und dem Schnitzellagers produziert Strom, die hinter der Anlage abgeführte Wärme dient ebenfalls der Schnitzeltrocknung.


Landwirte investieren gemeinsam
Oskar Schneuwly betrieb auf seinem Hof in Bösingen seit 2003 eine Pelletieranlage für Waldholz, rund 2000 Tonnen produzierte er bis vergangenem Winter. Damit ist jetzt schluss, denn in den vergangenen drei Jahren hat er mit drei weiteren Landwirten ein Projekt für eine 10‘000-Tonnen-Pelletieranlage vorangetrieben. Vergangenen Winter ging sie in Betrieb, für deren Betrieb haben die vier Landwirte die BestPellet Wärme AG gegründet, deren Hauptaktionäre sie sind. Die Groupe E Greenwatt AG, die grüne Tochtergesellschaft der Groupe E ist als Minderheitsaktionär bei der BestPellet Wärme AG beteiligt. Umgekehrt sind die vier Landwirte Minderheitsaktionäre bei der BioEnergie Düdingen AG, zu deren Hauptaktionären auch die Greenwatt zählt.

Anlagebauer ZM-Technik

Die Pelletieranlage wurde vom Anlagebauer ZM-Technik aus Mühledorf gemäss dem BestPellet-Verfahren gebaut, mit dem auch ein Lizenznehmer im Wallis pelletiert. Im Jura pelletiert seit diesem Winter die Pellet du Jura in Vendlincourt, sowie die Braunschweiler Pellet AG in argauischen Bremgarten auf einer Anlage von ZM-Technik auch nach dem BestPellet-Verfahren.

Kontinuierlich 300 bis 400 Kilowattstunden Wärme

In Düdingen wird zur Trocknung des Waldholzes die Abwärme der Biogasanlage genutzt, die zu 80% mit landwirtschaftlichem Gärgut „gefüttert“ wird. Die BestPellet Wärme AG-Besitzer rechnen mit einem Wärmeertrag von 3 Mio. Kilowattstunden, davon ist der Wärmebedarf der Biogasanlage selbst bereits abgezogen. „Das besondere daran ist, dass kontinuierlich 300 bis 400 Kilowattstunden für die Trocknung des Holzes aus der Region bereitstehen.“ Theoretisch kann die Anlage in Düdingen rund 10'000 Tonnen Pellets jährlich produzieren. Starten möchte die BestPellet Wärme AG jedoch mit 3000 bis 4000 Tonnen. Die Produktion wird je nach Nachfrage gesteigert.

Die Produktion soll vor allem im Sommer auf Hochtouren laufen. Im Winter könnte es auch interessant sein, die Wärme an die angrenzende Industrie zu liefern. Die Biogas- und Pelletieranlage liegt am Rande eines 15 Hektar grossen Industriegebiets, das nur zu einem Teil bebaut ist.

Wald aus der Region

In Düdingen wird Waldholz, sei es Hart- oder Fichtenholz, samt Rinde und Äste zu Schnitzeln geschredert und getrocknet. Das Holz muss aber nicht wir bei herkömmlichen Anlagen nach Sorten getrennt werden. Nach der Trocknung wird das Holz gemahlen und pelletiert. Die Anfragen bei den Pelletsverbänden in Österreich und Deutschland zeigen: BestPellet scheint zur Zeit das einzige Verfahren weltweit, bei dem im Produktionsverfahren werden Getreidekleber noch Wasser oder Dampf zugeführt werden muss, was ein grosser Kostenvorteil ist.

Oskar Schneuwly hat ursprünglich auf seinem Landwirtschaftsbetrieb Hühnermist pelletiert und die Pellets über die Migros als Dünger verkauft. Wie er selber erzählt, war das Entwickeln seines Holzpelletierverfahrens ein langer und steiniger Weg. Deshalb ist der Tag der offenen Tür am 9. Juni ein ganz besonderes Ereignis.

©Text: Anita Niederhäusern, prixpellet.ch

1 Kommentare
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peter model dipl ing (plmodel@bluewin.ch) @ 16. Jun 2012 00:17

Biomassen haben weltweit eine grosse Zukunft, um herkömmliche Energien zu ersetzen. Jede (grössere) Gemeinde in der schweiz, sollte Biomassenabfälle zu Pellets verarbeiten können, um lokal eigesetzt zu werden.Ich
bin daran, in Brasilien eine Alternativenergieanlage aufzustellen, die, basierend auf Elefantengras, jährlich über 13 000 jato Pellets herzustellen. Schhweizer Mitinvestoren sind willkommen....

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