25. Aug 2017

Länder mit relevantem Pelletverbrauch und/oder Export in 2015/2016 ©Grafik: DBFZ, 2017

Der gesamte Bericht „Global Wood Pellet Industry and Trade Study 2017“ (243 Seiten) ist in englischer Sprache kostenfrei als PDF-Download verfügbar. Siehe Link am Textende.

IEA-Studie: Pelletproduktion steigt rasant an

(ee-news.ch) Eine hohe Nachfrage hat die globale Produktion von Pellets in den vergangenen zehn Jahren rasant steigen lassen. Im Jahr 2006 lag die Produktionsmenge noch bei etwa 6 bis 7 Millionen Tonnen, während im Jahr 2015/2016 bereits die Marke von 26 Millionen Tonnen erreicht wurde. Dies ergibt eine IEA-Studie, die die Pelletmärkte in über 30 Ländern untersucht hat. (Texte en français >>)


Das Biomasseforschungszentrum in Leipzig (DBFZ) hat für die Internationale Energieagentur (IEA) eine Studie zur Holzpellet-Branche sowie zu den Märkten in mehr als 30 Ländern erstellt. Sie enthält eine umfassende Bestandsaufnahme der Pelletbranche und -märkte in über 30 Ländern in Bezug auf deren regulatorischen Rahmenbedingungen, Produktionskapazitäten, Verbrauch und Preisentwicklung, Handel, Logistik sowie länderspezifische Standardisierung.

Angespornt durch die wachsende Nachfrage hat die weltweite Produktion von Holzpellets innerhalb von zehn Jahren rapide zugenommen. Lag die Produktionsmenge im Jahr 2006 noch bei geschätzten 6 bis 7 Millionen Tonnen, lag sie im Jahr 2015/2016 bereits bei über 26 Millionen Tonnen. Für die kommenden Jahre wird mit einer weiterhin steigenden Nachfrage für Anwendungen in zwei Marktsegmenten gerechnet. Einerseits werden zertifizierte Holzpellets sowohl in Kohlekraftwerken mitverbrannt als auch zur Einzelfeuerung in umgewandelten Kohlekraftwerken zur Verringerung der Treibhausgasemissionen bei der Stromerzeugung eingesetzt. Andererseits kommen im häuslichen Bereich Holzpellets als fester Brennstoff dagegen überwiegend in automatisierten Öfen und Kesseln zum Einsatz. Zukünftig, so die Einschätzung der Autoren, könnten sie jedoch auch eine erneuerbare Ressource für „grüne Chemie“ und biobasierte Materialien darstellen.

EU-Region ist grösster Pellethersteller der Welt
Angesichts des vor allem in Europa steigenden Bedarfs war die EU als Region mit einem Anteil von 54 % im Jahr 2015 mit Abstand der grösste Produzent von Pellets, gefolgt von Nordamerika (2015: 35 %). Kanada verzeichnete die weltweit dynamischste Entwicklung und konnte den Export von 1.6 Millionen Tonnen in 2015 auf 1.6 Millionen Tonnen im Jahr 2016 steigern. Nach Ländern dominieren die Vereinigten Staaten die Pelletproduktion mit 7.4 Millionen Tonnen im Jahr 2015 und 6.3 Millionen Tonnen im Jahr 2016 deutlich, sind jedoch mit einer wachsenden Konkurrenz aus Europa, Russland und den baltischen Staaten konfrontiert. Weitere grosse Produzenten sind Deutschland mit 2.2 Millionen Tonnen und Schweden mit 1.5 Millionen Tonnen. Asien, die russische Föderation, Australien und Lateinamerika spielen in der globalen Pelletproduktion (2015: 11 %) aktuell noch eher kleinere Rollen, wobei sich die Produktion auch hier erhöht. In Hinsicht auf den nationalen Pelletverbrauch lag Grossbritannien 2015 mit 6.7 Millionen Tonnen an der Spitze, gefolgt von den USA (2.8 Millionen Tonnen) und Italien (2.1 Millionen Tonnen).

Angemessene und nachhaltige Infrastruktur aufbauen
Die rasante Entwicklung des globalen Pelletmarkts birgt jedoch auch neue Herausforderungen, so ein Ergebnis der Studie. In vielen Produktionsländern muss eine angemessene und nachhaltige Infrastruktur im Hinblick auf Biomassebereitstellung, aber auch Pelletlagerung, Verladung, Handhabung von Kapazitäten in den Produktionsregionen sowie in kommerziellen Bereichen und beispielsweise Häfen entwickelt und aufgebaut werden. Zahlreiche regulative Massnahmen sind sowohl von Politik und Pellet-Konsumenten als auch von Technologie-Entwicklern bereits umgesetzt worden, jedoch schwanken die Entwicklungen von Land zu Land teilweise erheblich. Zusätzlich zu den bereits erreichten Standards, zu denen die Entwicklung von Nachhaltigkeitskriterien für Holz, erfolgreiche Zertifizierungen und Technologien für die Bereitstellung von Pellets aus anspruchsvolleren Rohstoffen (z. B. Torrefizierung von Rohstoffen auf Strohbasis) gehören, zeigt die Studie, dass insgesamt noch immer viel Optimierungspotenzial für die durch Holzpellets erzielbaren Klimagaseinsparungen besteht.

Nachhaltiger Klimaschutzfahrplan in den Ländern ist wesentlicher Faktor
„Ganz wesentliche Faktoren für die Entwicklung eines globalen Industriemarkts für Holzpellets sind die Einführung (politischer) Rahmenbedingungen, die Schaffung von Märkten und Standards sowie die Durchsetzung eines nachhaltigen Klimaschutzfahrplans in den Ländern. Dieser wird in Europa schon ambitioniert umgesetzt, wir sehen aber auch, dass beispielweise die Länder in Südostasien dieses Thema jetzt verstärkt auf die Agenda setzen. Mit der Studie liegen uns nun analysierte Kennzahlen zum Pelletmarkt aus über 30 Ländern vor; das macht die Arbeit der letzten zwölf Monate extrem wertvoll für alle beteiligten Akteure“, so die Verfasserin der Studie, Prof. Dr.-Ing. Daniela Thrän vom Deutschen Biomasseforschungszentrum und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.

"Global Wood Pellet Industryand Trade Study 2017" >>

©Text: pelletpreis.ch, Quelle: Deutsches Biomasseforschungszentrum

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